Mittwoch, 24. Januar 2018
Notruf: 112

Explosion eines Wohnhauses in Höchstadt an der Aisch

Höchstadt, 18. Februar 2009

Am Vormittag des 18. Februar 2009 ereignete sich gegen 09:45 Uhr eine folgenschwere Explosion in einem Wohnhaus in Höchstadt a. d. Aisch. Durch die Wucht der Explosion wurden die Giebelseiten sowie die Nordseite des Gebäudes nach außen gedrückt und bildeten einen massiven Trümmerkegel. Die eingestürzten Stockwerke bildeten mit den Zwischendecken eine Schichtung. Nach Eintreffen der ersten Rettungskräfte am Einsatzort konnten vier verletzte Personen aus dem Gebäude gerettet werden. Ein im Augenblick der Explosion am Gebäude vorbeifahrender Pkw-Fahrer wurde ebenfalls verletzt, sein Fahrzeug erheblich beschädigt.

Um 10:15 Uhr wurde durch die Einsatzleitung der Feuerwehr Höchstadt der Fachberater des THW Baiersdorf angefordert. Neben den bereits durch die Feuerwehr geretteten Personen sollte sich ein weiterer Mieter zum Zeitpunkt der Explosion im Gebäude aufgehalten haben, welcher aber wahrscheinlich beim Einsturz des Gebäudes verschüttet wurde. Da das Gebäude durch das Fehlen der äußeren Mauern äußerst instabil war, mussten umfangreiche Abstütz- und Sicherungsmaßnahmen getroffen werden. Hierzu wurden der Unimog-Kran, GKW I, GKW II sowie der LKW mit Anhänger an die Einsatzstelle beordert. Der Unimog-Kran mit zwei Mann und der GKW 1 mit acht Mann Besatzung rückten zur Einsatzstelle ab, während die restliche Mannschaft Material zum Abstützen auf die Fahrzeuge verlud, um dann nachzurücken. Insgesamt waren 31 Helfer des THW vor Ort.

Zunächst wurden die Randtrümmer im Hof vorsichtig unter freihängenden Mauerteilen und Resten eines Badezimmers entfernt, um dort die ersten Sicherungsmaßnahmen zu treffen und das freihängende Dach abzustützen. Ebenso wurden Zugänge zum Keller des Gebäudes geschaffen, um der Rettungshundestaffel ein Durchsuchen des Kellers zu ermöglichen. Immer wieder mussten die Arbeiten wegen akuter Einsturzgefahr unterbrochen werden und die Helfer vom Trümmerkegel zurückweichen, bis nach Einschätzung der Einsatzleitung wieder ein geringeres Risiko für die Einsatzkräfte bestand und die Rettungsarbeiten fortgesetzt werden konnten.

Einen zweiten erheblichen Gefahrenpunkt stellte ein über dem vermuteten Verschütteten freihängender Dachstuhl dar. Er machte die Rettungsarbeiten an dieser Stelle wegen des immensen Risikos für die Einsatzkräfte unmöglich. Erst nachdem der Dachstuhl durch den Unimog vom Gebäude gehoben wurde, konnten die Kräfte der Feuerwehr und des THW die Schichtung aus Trümmern des ersten Obergeschosses und des Erdgeschosses manuell stückweise abtragen. Zeitweise unterstützte der Unimog-Kran die Arbeiten, indem er schwere Deckenteile aus dem Trümmerhaufen entfernte.

Gegen 17:00 Uhr entdeckte man Blutspuren in der Schichtung, was auf ein baldiges Auffinden des Vermissten schließen lies. Nachdem die Schuttmassen bis auf den Kellerboden abgetragen waren, bestand die Gewissheit, den Vermissten nicht mehr an dieser Stelle aufzufinden. Statt dessen grub man ein wichtiges Beweismittel für die Polizei aus: eine 11-kg-Propangasflasche. Anschließend wurden die Randtrümmer durch einen Radbagger beräumt und eine weitere heruntergestürzte Decke entfernt, wodurch aber auch keine Gewissheit über den Verbleib des Vermissten entstand. Erst beim Abtragen des Trümmerkegels auf der Westseite des Gebäudes wurde der Verschüttete aufgefunden. Leider konnte der hinzu gerufene Notarzt nur noch den Tod feststellen.

Nach einer kurzen Besprechung wurde die Einsatzstelle vom THW an Feuerwehr und Polizei übergeben, welche nach der Beweisaufnahme den Toten bargen. Gegen 00:00 Uhr waren alle Kräfte des THW in die Unterkunft in Baiersdorf eingerückt.

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